
Ja, die 4. Anime Classics dreht sich um den kleinen, gerne unterschätzten und runtergemachten, Stiefsohn der großen Gundam-Familie. Und diesen Ruf hat er eigentlich garnicht verdient, sondern viel mehr Lob für die Kraft, alles mal anders anzugehen.
Originaltitel: 機動武闘伝Gガンダム (Kidou Butoden G-Gundam)
Länge: 49 Episoden (24 Minuten)
Ausstrahlung: April 1994 bis März 1995
Wir schreiben das Jahr FC0060. Vor nun mehr 60 Jahren sind die größten Länder als Kolonien ins All aufgebrochen. Um sich den üblichen Machtstreitigkeiten zu entledigen, finden auf der Erde alle 4 Jahre die Gundam Fights statt, und dass Land, das als Sieger hervorgeht, hat bis zum nächsten Wettbewerb die Regierungsgewalt inne. Domon Kasshu ist als Kämpfer für Neo Japan mit seinem Shining Gundam auf die Erde gekommen, zur Seite steht ihm siene Mechanikerin und Freundin Rain Mikamura. Neben dem Sieg für sein Land hat er aber auch noch ein viel größeres, eigennütziges Ziel: nach seiner Rückkehr aus dem Training mit Master Asia ist seine Mutter tot und sein Vater befindet sich des Hochverrats wegen in ewigem kryogenischen Schlaf. Sein Bruder Kyouji ist durchgedreht, und mit der Erfindung seines Vaters, dem übermächtigen selbstregenerierenden und -entwickelnden Devil Gundam, zur Erde aufgebrochen, um sich selbst an die Macht zu hieven. Doch das braucht Zeit, wohl ein Jahr, denn beim Aufprall auf der Erde wurde Devil Gundam schwer beschädigt. Domon soll diese Zeit nutzen, seinen Bruder zur Strecke zubringen, und für den Sieg im Wettkampf winkt ihm auch noch die Freilassung seines Vaters.
Doch nicht alles ist so einfach, wie es im ersten Moment erscheint. Hier werden aus Feinden Freunde, ehemalige Freunde stoßen einem ein Messer in den Rücken, und auch die Liebe sorgt für den ein oder anderen Schmerz (für Gundam-Verhältnisse gibts hier sogar die glaubhadteste Love-Story). Kraft verleiht einem, neben all dem zuvor genannten, natürlich auch die eigene Kampfkunst, die sich schließlich für einige sogar als einzigstes Mittel der Kommunikation entpuppt.
G Gundam entstand 1994 zum 15 jährigen Jubiläum des Franchise als erste von 3 Alternate Century-Serien (danach folgten im Jahreswechsel Gundam Wing und Gundam X). Fassen wir der Sache ins Auge: die Charaktere sind allesamt cheesy, die Story erscheint ie pure Schwarz-Weiß-Malerei, das Gundam-Design ist einfach nur ridiculous (entschuldigt die Anglizismen, aber irgendwie fallen mir keine vergleichbaren deutschen Begriffe ein) und auch sonst wirkt es wie eine krude Mischung aus alten Super-Robot-Serien (wie Mazinger Z und Ideon) und asiatischen Kung-Fu-Streifen (alá Bruce Lee und Konsorten)(inklusive typischer Hintergrundmelodien und Insert-Songs). Und doch hat G Gundam einen großen Vorteil: es weiß genau, wie absolut schwachsinng es zeitweise ist; funktioniert andererseits aber auch in den dramatischen Aspekten und macht aus seinen Abziehbildern von Charaktern zwar nicht unbedingt die tiefgründigsten Figuren, wohl aber welche, mit denen man zu jeder Zeit mitleidet und dazuhält.
Dem Team um Regisseur Yasuhiro Imagawa (Zeta Gundam, Xabungle) und dem Serienschreiber Fuyunori Gobu (Gundam 0083, Votoms) ist der Versuch hoch anzurechnen, das Gundam-Franchise in eine völlig andere Richtung zu lenken. Die (japanischen) Fans haben es allerdings nicht gewürdigt, denn nun war der Realismus (höh, 100m Beamsaber in 0083…) und somit insgesamt das Feeling dahin. Insgesamt ist es schade, denn somit gingen alle nachfolgenden Gundams die Schiene eines Wings und haben sich auf mäßige, emotionslose, halbwegs nett aussehende Charaktere und viel Lärm im All konzentriert. Letzteres ist aber genau einer der Punkte, wofür man G Gundam hervorheben muss, nämlich dass es sich absolut und vollständig von der Idee der Massenkämpfe und dem Kampf Erde gegen Kolonien verabschiedet hat, und im Gegensatz dazu sogar eine gewisse ökologische Botschaft bietet. Die Animationen sind insgesamt durchschnittlich, was man bei einer solch langen Serie auch nciht anders erwarten kann, erreicht aber ab und an für damalige Verhältnisse fast Kinoqualität. Die Sprecher liefern dem Stil entsprechend grandios übertrieben Textzeilen ab, auf die man sich mit jeder Folge sogar mehr freut. Musikalisch gibts ‘ne Mischung aus kämpferischen Openings (Flying in the Sky, Trust you Forever), veträumten Endings (Umi Yori Mo Fukaku, Kimi No Naka No Eien) und kantonesischen/chinesischen Insert-Tracks.
Wer sich also mit der Idee eines Super-Robot-Gundams anfreunden kann (und von Windmühlen, Wikingern und ähnlichem Mech-Design nicht abgeschreckt ist), sollte unbedingt mal drauf werfen. Und vielleicht entpuppt sich dieses schwarze Schaf dann sogar als ausbrechender leuchtender Finger, der einem puren Fun einbringt.































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