Anime Classics: Aim for the Top! – Gunbuster


Wühlen wir doch mal wieder in den Klassikern. Nach Ideon hat es erneut eine Super Robot-Show erwischt, dieses Mal aus dem Hause Gainax, in der sich die Hauptdarstellerin auch nicht zu schade ist, für die Rettung der Welt, die Klamotten vom Leib zu reißen (die Entstehung des Gainax-Bounce!). Und es ist vielleicht der einzigste Anime, der einen Handlungszeitraum von 12.000 Jahren abdeckt.


Originaltitel: トップをねらえ! (Toppu wo Nerae!)
Länge: 6 OVAs (27 Minuten) + 6 Science Lessons (2,5 Minuten)
Veröffentlichung: 1988


2015 trifft die Menschheit auf die Schreckliche All-Monster-Horde (so der Name in den Super Robot Wars-Games, ihr könnt euch jetzt am Boden kringeln), oder einfach Allmonster, und die ziemlich daran interessiert sind, alles zu zerkauen, was ihnen zwischen die insektenartigen Kiefer kommt. Nebenbei sorgen die noch für einige Supernovas, immerhin dienen ihnen Sonnen als Brutplätze. Die Haupthandlung beginnt aber erst 2023, als Noriko Takaya, die Tochter des beim ersten Angriff verstorbenen Admirals, auf einer Mädchenschule für Raumkampf landet. Eines Tages schlägt dort Oota „Coach“ Kouichirou ein, der zwei talentierte Mädchen für den nächsten großen Vorstoß und das Geheimprojekt Gunbuster braucht. Neben der talentierten Kazumi „Onee-sama“ Amano landet natürlich auch Noriko auf der Liste, und nun muss sie beweisen, dass sie es durch viel harte Arbeit auch würdig ist. Auf einer im Mondorbit befindlichen Station treffen die zwei Freundinnen schließlich auf die kommunistische Jung Freud, die sich zunächst ungemein streitlustig gibt, sich aber bald anfreundet. Schließlich wirds Zeit für den Vorstoß gegen die Alien-Brut, die nur unter großen Verlusten und dank Norikos Einsatz als Gunbuster-Pilotin gewonnen wird. Doch ausgelöscht sind diese noch lange nicht, und das einzigste Mittel dagegen ist die Erzeugung eines schwarzen Lochs im Herzen unseres Universums…

Gunbuster war Gainax‘ zweites großes Projekt nach dem bei Kritikern beliebten Wings of Honneamise, entfernt sich aber logischerweise vom Steampunk und wendet sich gleich ganz dem Hard-SciFi zu, wenn auch mit den gainaxtypischen humorvollen Spitzen. Die Regie ging an den damals 28 jährigen Hideaki Anno, der sich seitdem mit seinen Raubzügen durch die gesamte Animehistorik zu wahrem Ruhm gemausert hat. Das originale charakterdesign stammt aus der Feder von Haruhiko Mikimoto, der zuvor auch schon Macross seinen eigenwilligen Strich verpasst hat. Überarbeitet wurde das Ganze dann nochmal für die Animationen vom guten Yoshiyuki Sadamoto, der bis heute nicht den Evangelion-Manga beendet hat. Den orchestralen Soundtrack lieferte Kouhei Tanaka, der mittlerweile diese Rolle bei One Piece ausfüllt. Für stimmliche Abwechslung sorgen die leicht nervige (ehrlich) Noriko Hidaka (u.a. Near in Death Note) als Noriko, Rei Sakuma (u.a. Nina in Gundam 0083) als Kazumi Amano, Maria Kawamura (u.a. Naga in Slayers) als russische Jung Freud und Norio Wakamoto (u.a. Reuenthal in Legend of the Galactic Heroes) als Coach.
Zum Spaß an der Freude hat man zur Begleitung der ersten 5 Episoden 6 Science Lessons produziert, die ein wenig genauer auf die physikalischen Hintergründe eingehen und nochmal mit der eigenen Otaku-Vergangenheit des Studios spielen. Nebenbei hat man die 6.Episode dann auch gleich noch im Stile alter WWII-Dokus komplett in Schwarz/Weiß animiert bzw. den packenden Endkampf gleich nur mit Standbildern inszeniert, womit man als Stilmittel doch einigen Eindruck schindet.

Man kann den Autoren sicher vorwerfen, hier und da im Bezug auf die Entwicklung der menschlichen Raumfahrt etwas zu positiv, im gesellschaftlichen wiederum zu negativ (Kommunismu im Jahr 2023? Ich bitte euch) gewesen zu sein. Das tut der Dramatik aber keinen Abbruch, sondern zeigt in den übrigen Details sogar, wie unterhaltsam Wissenschaft tatsächlich sein kann. Und vorallem wie qualvoll ein Flug mit nahezu Lichtgeschwindigkeit sich auf die Psyche auswirken kann.
2004 folgte nach langem Warten schließlich die Fortsetzung Diebuster, die sich stilistisch zwar am abgedrehten FLCL anlehnt, aber viele wichtige Eckpunte mit Gunbuster bewahrt hat (und ein wenig näher auf das Ende eingeht).
In Deutschland ist Gunbuster bei Anime Virtual erschienen und soll eine recht ordentliche Qualität aufweisen. Also zugreifen!

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2 Responses to “Anime Classics: Aim for the Top! – Gunbuster”


  1. 1 mayafreak 14. Juli 2009 um 7:32 pm

    Mhm Gunbuster sollte ich mir auch mal wieder ansehen. Einfach klasse der Anime. Habe mich ja damals halb zu tode erschreck als die letzte Episode auf Schwarz Weiß war. Dachte schon meine DVD sei Kaputt. Diebuster habe ich mir bis heute nicht komplett angesehen. Fand die erste Folge einfach zu durchgeknallt.

    • 2 ringlord 14. Juli 2009 um 7:56 pm

      Die erste Episode hatte mich auch zuerst abgeschreckt, mit der zweiten Episode nimmt es aber dank der „Zeitreisen“ vom Niveau dann doch zu, und die Charaktere werden einem auch sympathischer.


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