Anime Classics: The Big O


Willkommen zum neusten Beitrag in der inoffiziellen Super Robot-Kategorie! Dieses Mal gibts einen weiteren Sunrise, und dieses Mal zeigen sich ganz offensichtlich auch die Probleme der Digitalisierung in der Anime-Branche.


Originaltitel: THEビッグオー (The Big O)
Länge: 26 Episoden (24 Minuten)
Ausstrahlung: 13. Oktober 1999 – 19. Januar 2000, 2. Januar 2003 – 23. März 2003

Paradigm City ist die Stadt der verlorenen Erinnerungen, und rundherum eine endlose Wüste und Meer. Vor 40 Jahren verloren plötzlich alle Bewohner der Stadt ihre Erinnerungen und mussten sich neu zurechtfinden. Auzs dem Chaos heraus erhob sich die Paradigm Organisation, die für einige reichere Bewohner Kuppeln über gewissen Stadteilen errichtete. Für Ordnung sorgt derweil die Militärpolizei unter der Leitung von Dan Dastun (Tesshou Genda). Die Hauptrolle aber gebührt dem Negotiator, oder auch Unterhändler, Roger Smith (Mitsuru Miyamoto), der sein Geld logischerwise durchs Verhandeln, manchmal aber auch als Privatdetektiv verdient. Und wenn es mal ein bisschen größeren Ärger inform wildgewordener alter Technik wie den Megadeus‘ gibt, so ruft er seinen Big O und sorgt für ordentlich Kollateralschaden. Hilfe bekommt er dabei von seinem Butler Norman Burg (Motomu Kiyokawa), einem technischen wie kulinarischen Genie und Butler.
Sein neuster Auftrag besteht nun in der Rettung der Tochter des Industriellen Miguel Sordano, Dorothy. Diese entpuppt sich allerdings als Android imd will nun ihre Schulden bei Roger selbst abarbeiten.
Im Laufe der Handlung kommen weitere Charaktere hinzu, etwa der schräge wie geniale Jason Beck, der mysteriöse Michael Seebach oder die geheimnisvolle wie verführerische Angel, die alle ihr düsteres Geheimnis tragen und selbst auf der Suche nach immer wieder aufblitzenden Erinnerungen und dem Grund für ihr Verschwinden sind.


Big O stand zur Erstausstrahlung in Japan nicht unbedingt unter einem glücklichen Stern, was wohl auch an dem insgesamt nostalgischen Stil Keeichi Satos Noir-Konzept gelegen haben dürfte. Ursprünglich mit 26 Episoden geplant, erhielt das Team während der Arbeiten die Ansage, dass man nur die halbe Zeit bekommt, weshalb man schließlich in Hoffnung auf eine mögliche Fortsetzung einen wirklich fiesen Cliffhanger eingebaut hatte. In Japan lief die Serie tatsächlich nicht wirklich, umso besser aber dann dank der Ausstrahlung im April 2001 in den USA. Dank guter Verkäufe und des großen Fanwunsches schaltete sich nun Cartoon Network mit ein und produzierte gemeinsam mit dem Originalteam die zweite Staffel.
Mittlerweile hatte aber auch die Digitalisierung Einzug gehalten: wo man ’99 noch alles fein von Hand mit Cels animiert hat und dem ganzen einen fantastischen Noir-Stil verleihen konnte, etwa gleich der Batman Animationsserie von ’95 (an der Sunrise ebenfalls mitgearbeitet hatte), erstrahlten nun deutlich grellere Farben und in meinen Augen unschönere Animationen. Ebenso driftete die Serie, weg von der episodischen Erzählung hin zu einem übergreifen Storybogen, nun ganz stark in Richtung Psychoanalyse mit einem Hauch Truman-Show und Matrix ab.
Für die gelungene musikalische Mischung sorgte Toshihiko Sahashi mit einem gesunden Mix aus orchestraler Musik und Jazz. Beim ersten Opening „Big-O!“ orientierte er sich recht offensicht an Queens Titelsong zu Flash Gordon, das zweite (japanische) Opening „Respect“ hingegen ist eine Hommage an den Titelsong der US-Serie UFO. Für Wiederholungen im US-Fernsehen ab 2007 verwendete man das rockige Stück „Big-O! Show Must Go On“. Als Ending kam über die gesamte Laufzeit das wunderschöne „And Forever“ zum Einsatz, eingesungen von Robbie Danzie und Naoki Takao.


Ich habe bereits zuvor die gewisse Ähnlichkeit zu Batman angesprochen. Die zeigt sich aber nicht nur im generellen Stil der Animationen, sondern auch in den Charakteren: Roger etwa ist ebenso wie Bruce Wayne der typische gutmütige Playboy mit einem Keller voller Spielzeuge, bei dem Q wohl die Augen übergehen würden. Sein Butler Norman gleicht, von der Bewaffnung mal abgesehen, seinem Gegenstück Alfred bis aufs Haar; Dastun ist dann auch noch der gute alte Polizeifreund mittleren Alters, dem es schwer fällt, die ganze Arbeit seinem Freund zu überlassen.
Davon ab finden sich auch noch allerlei Anspielungen auf andere Werke wie etwa Asimovs Robotergeschichten, wird hier doch jeder Android im Namen zunächst mit einem „R.“ versehen.
Und eine kleine weitere unwichtige Information zum Ende: der Manga lief sogar in Deutschland, genauer in EMAs schöner wie leider erfolgloser Manga Power.

The Big O ist ein besonderer Anime, der vorallem dank seines Stils bei Laune hält. Der geht dann aber eben, wie beireits erwähnt, zur Halbzeit doch etwas verloren und wird mit unerklärlichen Mech-Updates gepolstert. Dafür kriegt man aber eine der liebenswertesten Androidinnen der Anime-Geschichte. Und ein Emma Peel-Gedächtniskostüm in Rosa. Ist ja auch was.

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3 Responses to “Anime Classics: The Big O”


  1. 1 Karl 10. Februar 2011 um 6:20 pm

    „etwa gleich der Batman Animationsserie von ’95 (an der Sunrise ebenfalls mitgearbeitet hatte)“
    Well, das erklärt einiges. Die Screens erschienen mir schon so… „amerikanisch“ und da fällt der Groschen. Das finde ich aber auch alles andere als schlecht, ich mochte die Serie. Und Gott, sie hatte so ein cooles Opening für die Zeit und den Sender.

    „wird mit unerklärlichen Mech-Updates gepolstert“
    Ich habe Gurren Lagann überlebt xD

    Klingt auf jeden Fall interessant, auch wenn es deinem Review doch etwas an subjektiver Meinung mangelt. Die sachliche Aufzählung allein reicht mir nicht, um zum Sehen animiert zu werden.

  2. 2 ringlord 10. Februar 2011 um 8:49 pm

    „Ich habe Gurren Lagann überlebt xD“
    Nur, dass Big O sich sonst eigenllich reichlich ernst nimmt 😉

    „Die sachliche Aufzählung allein reicht mir nicht, um zum Sehen animiert zu werden.“
    Hm… du bist aber ein schwieriger Fall. Rein subjektiv hat die Serie liebenswert-verschrobene Charaktere in Anlehnung an amerikanische Filme und Serien mit einem gesunden Schuss an Robotern, aber etwas zu wirren Finale (und das sage ic hals jemand, der das NGE-TV-Ende prächtig fand).
    Wen der Stil schon nicht überzeugt, sollte es garnicht erst weiter versuchen. Oder so.

  3. 3 swordofmagus 13. Februar 2011 um 12:41 am

    grad diesen amerikanischen stil mochte ich an the big o
    ist quasi der absolute gegenpol zu den überstylishen und perfekt wirkenden typischen japanischen super robot mecha anime (nge, raxephon usw). erinnert auch mehr an die alten super robot anime wie mazinger, getter robo und wie sie nicht alle heißen ^^

    wusste gar nicht das es davon nen anime gab aber ich liebe den manga ist auch von der story her etwas komplett anderes sollte man auf jedenfall schon mal gehört haben wenn man mechs mag


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