Niveau ist eine Hautcreme und passt am Besten als Geschenk zur Bar-Mizwa


Es kotzt mich an. Es kotzt mich an, zu lesen, wie schlecht Anime doch geworden sind. Oder wie sehr doch der eigene *hust* Anspruch gestiegen ist (Nö, ich werde das Zeug nicht verlinken, ihr könnts euch eh denken, wen ich meine). Drum hab ich mich nun endlich mal entschlossen, ein bisschen Luft abzulassen. Aber nur ein bisschen. Soviel, wie halt in die Hindenburg reingepasst hätte.

Doch bevor der Rundschlag losgeht, erzähle ich nach all den Jahren dann doch mal, wie ich zu diesem Hobby hier gekommen bin (muss den Post ja irgendwie länger werden lassen, ihr kennt das ja, ne?). Mein erster Anime war Sei Juushi Bismarck (also in der US-Version mit dem ungleich cooleren Saber Rider), mein erster Manga ein von meinem Bruder gekaufter Dragonball-Band irgendwo um die 30 rum (und es blieb bis heute der einzige), mein erster selbstgekaufter Manga das damals für mich tolle One Piece (ging für mich bis zur 28, danach hab ich aufgehört und nie wieder gelesen (und bevor jemand fragt: nein, mein Sammlerherz lässt nicht zu, dass ich diese Erstausgaben an irgendwen verschacher)). Mein erster Fansub war die zweite Episode von Vandread, die ich aber gleich wieder gelöscht habe, als ich festgestellt hatte, dass es Untertitel gab (man, war ich damals elitär, yay). Die VOX-Animenächte haben mich später mit der Lodoss WAR-TV-Serie und Captain Tylor dann doch zum OmU verführt. NHK und Haruhi waren dann meine ersten richtigen Fansubs, und Baccano! hat mich dann bekanntlich richtig zum Bloggen verführt.

Bewegende Geschichte, oder? Ne? Mist. Dann halt nicht. Muss euch ja nicht interessieren.

Nun gut, beginnen wir gleich mal mit einer ungemein wichtigen Lektion, die eigentlich von vornherein klar sein sollte, man einigen Leuten aber scheinbar trotzdem aufs Brot schmieren muss.
Slice of Life != (ungleich, falls ihr das nicht kennt) Comedy. Zumindest in den meisten Fällen. Ja, man mag es kaum glauben, auch wenn es in den meisten Serien dieses Genres doch etwas zu lachen gibt. Das Ziel ist es, da die Serien ja eigentlich sowieso für die reiferen Zuschauer gedacht sind, uns wehmütig an die alten Zeiten zurückdenken zu lassen. Nehmen wir mal K-On: ich blicke nicht gerne auf meine Schulzeit zurück, und trotzdem erinnere mich dank dieser Show an die schönen Dinge, die ich damals erlebt habe; lässt mich über Dinge lachen, die eigentlich garnicht wirklich witzig sind, aber rein aus der Siuation heraus bei mir unerwartete Emotionen wecken. Vielleicht bin ich auch ein Einzelfall oder so. Ähnlich erging es mir bei J.C. Staffs (ein tolles Studio, is heute, und jeder der wegen Serien wie Shana ein ganzes Studio verdammt, gehört sowieso in die Hölle, meine unbedeutende Meinung) Honey & Clover, obwohl ich nie die Uni-Zeit durchgemacht habe. Vielleicht liegts daran, dass ich nah am Wasser gebaut bin. Vielleicht liegts auch daran, dass ich sowas wie Empathie besitze, einen Haufen Menschenkenntnis und einen Schuss zuviel Fantasy. Ich habe bei Kanon 06 geheult wie ein Wasserfall, trotz all seiner an der Glaubhaftigkeit kratzenden Fantasyelemente, weil ich sowas einfach mit Freuden übersehe, wenn ich die Charaktere mag.
So, falls nach diesem Text jetzt die Frage aufkommen sollte: ja, der K-ON-Manga ist Comedy, aber der Anime in seiner Umsetzung eben nicht im Ganzen. Ebenso A-Channel, für die Neunmalklugen.

Comedy hingegen sind Dinge wie Gag Manga Biyori. Oder Shinryaku Ika Musume, oder aktuell auch Nichijou, die den ganz normalen Alltag wunderbar überspitzt auf die Spitze treiben oder aus einem komplett unerwarteten Blickwinkel betrachten. Überraschung halt. Wie etwa die (Spoiler) geniale Maria-sama-Parodie in Cromartie High School in der letzten Episode: vollkommen unerwartet, bierernst und übertrieben (ich halte Maria-sama trotzdem bis heute für ein tolles Drama), aber es harmoniert. Sowas ist witzig. Vielleicht finde ich sowas auch nur witzig, weil mein Hirn in einem wirren Gemisch aus schwarzem, rassistischen und allgemein politisch inkorrekten Witzen alá Python und CharleyChaplin/Laurel&Hardy-Komik soetwas wie ein Verständnis für jegliche Art von Humor gebildet. Sowas wie Seitokai Yakuindomo ist übrigens witzig, wenn es gut rübergebracht wird. Was die genannte Serie über die komplette Laufzeit leider in den wenigsten Fällen vollbracht hat…

Und jetzt kommen wir doch zu einem heutzutage viel zu oft verwendeten Wort: Anspruch. Klingt geil und lässt einen schön klug dastehen, wenn man anderes doof findet. Oder? Gut, kann ich mit leben, aber dann soll man es gefälligst auch gleich sein lassen, wenn einem ein Anime nicht gefällt, und ihn nicht über die komplette Laufzeit verfolgen, in der Hoffnung es würde einen doch irgendwie Amors Pfeil treffen. Erste Eindrücke hinterlassen bekanntlich Spuren, und nervende Säcke kann niemand ausstehen (gut, das Internet ist da ja leider ein Sonderfall…). Also…

Bäh. In anderen Worten: ich bin anspruchsvoll: ich mag Anime wie Ano Hana ebenso sehr wie Heldensagen vom Kosmosinsel ebenso wie Love Hina oder auch Gintama und Haruhi. Weil sie mich unterhalten. Weil ich mit ihnen mit Freuden meine Freizeit verbringe und verschiedenste Emotionen durchleben kann. Weil es Unterhaltung ist, ein Hobby, nicht mehr und nicht weniger.

Also macht aus einem Schuh keinen Elefanten, okay?

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11 Responses to “Niveau ist eine Hautcreme und passt am Besten als Geschenk zur Bar-Mizwa”


  1. 1 Shino-Bakura 11. Juni 2011 um 2:31 am

    Ich glaube da hat jemand meinen letzten Artikel in den ganz falschen Hals bekommen. Das war kein: „Animes werden immer blöder“ Artikel, denn gerade ich sage oft genug, dass dem eben nicht so ist. Viele meiner Lieblingsserien entstanden erst vor kurzer Zeit und warum sind das meine Lieblingsserien geworden? Weil ich sie mochte und wegen nichts anderem.

    Viel mehr mache ich mir momemtan Sorgen über mein verkorkstes Anime watch verhalten. Weil ich bei Animes Sachen erwarte, die ich lieber nicht erwarten sollte und mich selten mit dem zufriden gebe, was ich geboten bekomme.

    Ich selbst habe doch ebenso Aritkel verfasst, dass man bei Animes nicht zu viel erwarten sollte, deswegen verstehe ich dein Problem nicht. Hast wohl bei mir in letzter Zeit eine recht ungünstige Auswahl an Artikeln getroffen, die du ließt, oder bist du nur sauer, weil Baccano ungünstig erwähnt wurde? Dabei wollte ich doch sogar noch einen Artikel verfassen, warum man gerade diese Serie gucken sollte.

    Wenn du dir Luft machen wolltest, kann ich das gut verstehen, aber ich bin eindeutig der Falsche, dem du solche Sachen anhängen solltest. Animes sind zur Unterhaltung da und müssen keines Wegs Anspruch besitzen und genau dies wollte ich in meinem Artikel ansprechen.

  2. 2 ZakuAbumi 12. Juni 2011 um 1:09 pm

    Und die Moral von dieser Geschicht’… äh, nein, ich verstehe sie nicht. Das hier ist noch ein gutes Stück unkoordinierter als Shino es sein kann.

    Was ich begreife, ist, dass du in alle möglichen Richtungen ausschlägst. Fein. Die Aussage kommt dennoch nicht so recht rüber. Vor allem habe ich da eben das Problem, dass ich da nur „Aussagen“ zu sehen bekomme, ohne so einen richtigen Kontext und im schlimmsten Fall ohne irgendeine Stütze. Klingt nach „Ich will jetzt mal ein bisschen rumragen, aber die Muße, das Ganze auch ausführlich und argumentativ zu begründen, habe ich nicht. Einfach nur mal dagegen sein halt. Oder so.“.
    Es ist halt ein klitzekleiner Unterschied, ob man seine Klagen auch begründet oder nur mal „Mimimimi~“ machen will. Ich sage zwar sicher nicht, dass Shinos Artikel gewisse, wichtige Kriterien zufriedenstellend erfüllen – dafür sind sie mir letzten Endes auch zu unausgegoren -, doch besser als das hier sind sie allemal.

    Aber yeah, Blog Wars. Ich dachte, zu sowas war bisher nur ich imstande.

  3. 3 salbatanu 12. Juni 2011 um 3:03 pm

    Ich finde den Artikel inhaltlich zutreffend und nachvollziehbar.
    Komisch nur, dass Shino hier geanu das gegenteilige von dem schreibt, was er in seinem Artikel geschrieben hatte :-/

  4. 4 Mistress My 13. Juni 2011 um 3:42 pm

    Ich finde man sollte sich Animes grundsätzlich ansehen, weil man Freude daran hat und Animes mag. Immer dieses excessive „Ich such jede/n/s Fehler/Flop/unlogische heraus, weil ich kann und dann ’nen Grund habe es schlecht zu finden“ ist meiner Meinung nach auch irgendwie unangebracht. Ansprüche sind inordnung. Die hat wohl jeder aber immer diese riesen Erwartungen, die dann über das Ziel hinaus schießen ~ Gawd, davon träumt ihr doch. Ansonsten:
    ,,ich mag Anime wie Ano Hana“
    HELL YEAH BABY.

    Mistress My

  5. 5 TMSIDR 13. Juni 2011 um 5:26 pm

    Danke für diesen Artikel, denn er trifft genau meine Meinung. Vor allem der Teil zu Slice-of-Life trifft genau ins Schwarze und wenn bestimmte Leute nicht in der Lage sind, den Unterhaltungswert an solchen Serien zu erkennen, dann fehlen ihnen vielleicht einfach die Vorraussetzungen^^

    • 6 ZakuAbumi 13. Juni 2011 um 7:42 pm

      Vielleicht sollte man Railgun und K-ON! auch nicht stellvertretend für alle Slice of Life-Serien dieser Welt sehen, falls das an mich ging. Nur so als Tipp.

      • 7 ringlord 13. Juni 2011 um 8:15 pm

        Didn’t said a thing about Railgun…

        • 8 ZakuAbumi 13. Juni 2011 um 9:09 pm

          Drum habe ich ihm und nicht dir geantwortet. Das wäre übrigens nicht das erste Mal, denn ich habe schon oft genug erläutert, dass es auch SoL-Titel gibt, die ich mag, auch wenn die mehr in den ernsteren, gehaltvolleren Bereich übergehen.
          Und was den fluffigen Kram anbelangt, waren das auch wirklich nur K-ON! und Railgun. HanaEro finde ich z.B. zwar reichlich doof und überzogen, aber es unterhält mich anständig genug, dass ich es mitverfolgen kann. Vielleicht auch mit aus den völlig falschen Gründen, aber zumindest so sehr, dass sich hier niemand an den vermeintlichen, masochistischen Trieben anderer stören muss.

  6. 9 Karl 15. Juni 2011 um 6:37 am

    „Das Ziel ist es, da die Serien ja eigentlich sowieso für die reiferen Zuschauer gedacht sind, uns wehmütig an die alten Zeiten zurückdenken zu lassen. Nehmen wir mal K-On: ich blicke nicht gerne auf meine Schulzeit zurück, und trotzdem erinnere mich dank dieser Show an die schönen Dinge, die ich damals erlebt habe“
    Ich weiß nicht wie es dir ging, aber ich war weder in einer Band-AG, noch habe ich mit meinen Freunden dort Kuchen gegessen, ich war auch kein kleines Mädchen und habe auch sonst recht wenig von dem getan, was der K-On!-Cast getan hat.
    Ich habe K-On! trotzdem sympathisch gefunden. Nicht weil es Nostalgie wach gerufen hat, sondern weil es niedlich war. Das ist eigentlich auch, was diese Serie hauptsächlich ausmacht. Niedliche Mädchen machen niedliche Dinge niedlich.

    Ist man nicht völlig von seinem GTA abgestumpft, wird man darüber wohl schmunzeln, was wohl das ist, was du meinst. Ähnelt dem Schmunzeln, wenn ein Kind zum Beispiel versucht die Eltern nachzuahmen oder erste Versuche in etwas unternimmt.


  1. 1 Derp « ZakuAbumi's Anime-Blog Trackback zu 14. Juni 2011 um 1:54 pm
  2. 2 BILD dir deine Meinung #1 über Animeblogger « Mars' Blog Trackback zu 14. Juni 2011 um 6:43 pm

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